- Wenn eine Mietwohnung völlig aus dem Ruder läuft
- Verwahrloste Mietwohnungen fachgerecht leerräumen
- So läuft die Räumung Schritt für Schritt ab
- Räumung bei stark vernachlässigten Mietwohnungen
- Wie lange dauert eine Wohnungsauflösung bei starker Verwahrlosung?
- Was passiert mit gefundenen Dokumenten und Wertsachen?
- Reicht nach dem Leerräumen eine normale Reinigung aus?
Wenn eine Mietwohnung völlig aus dem Ruder läuft
Eine Wohnungsauflösung in stark verwahrlosten Mietobjekten ist keine normale Räumung, bei der ein paar Schränke rausgetragen werden. Oft fängt es schon an der Wohnungstür an: volle Müllsäcke, ein beißender Geruch, klebrige Böden und Wege, die kaum noch zu sehen sind. In manchen Fällen stehen alte Möbel kreuz und quer, in der Küche gammeln Lebensmittel und im Bad ist seit langer Zeit nichts mehr gemacht worden. Das ist für Angehörige, Vermieter oder Betreuer erstmal ein echter Brocken.
Solche Wohnungen entstehen nicht immer aus Gleichgültigkeit. Krankheit, Überforderung, Sucht, Einsamkeit oder eine schwere Lebensphase können dazu führen, dass jemand den Haushalt nicht mehr schafft. Für die Leute, die danach vor der Wohnung stehen, macht das die Sache aber nicht leichter. Man weiß oft nicht, wo man anfangen soll, was noch aufgehoben werden muss und was direkt in die Abfallentsorgung kann. Dazu kommt: Unter Haufen von Kleidung oder Papier liegen manchmal Dokumente, Schlüssel, Schmuck oder persönliche Erinnerungsstücke.
Im Alltag sehen die Entrümpler alles Mögliche. Mal ist eine kleine Einzimmerwohnung bis zur Decke vollgestellt, mal ist ein ganzes Mietshaus betroffen. Besonders unangenehm wird es bei Schädlingsbefall, Schimmel, tierischen Hinterlassenschaften oder ausgelaufenen Flüssigkeiten. Dann reicht es nicht, einfach Sperrmüll zu entsorgen. Die Räume müssen Stück für Stück freigemacht, brauchbare Sachen getrennt und belastete Bereiche danach ordentlich gereinigt werden. Bei sehr vollen Zimmern hilft oft derselbe ruhige Ablauf wie bei einer Wohnungsauflösung bei komplett zugestellten Räumen: Erst sichere Laufwege schaffen, dann sortieren und erst danach Möbel ausräumen.
Wichtig ist vor allem, nicht kopflos loszulegen. Ein schneller Griff in einen Müllhaufen kann Glasscherben, Spritzen, verdorbene Lebensmittel oder nasse Gegenstände ans Licht bringen. Handschuhe, Schutzkleidung und ein klarer Plan sparen hier viel Ärger. Auch Nachbarn bekommen häufig etwas mit, deshalb zählt ein diskretes Vorgehen. Niemand muss im Hausflur laut erzählen, was in der Wohnung passiert. Am Ende soll die Mietwohnung leer, begehbar und so sauber sein, dass die nächsten Schritte mit Vermieter, Hausverwaltung oder Handwerkern überhaupt möglich sind.
Verwahrloste Mietwohnungen fachgerecht leerräumen
Hilfe wird meistens gebraucht, wenn ein Mieter ausgezogen ist, in eine Pflegeeinrichtung kommt oder nach einem Todesfall niemand den Zustand der Wohnung allein bewältigen kann. Auch Vermieter melden sich, wenn nach einer Kündigung eine völlig zugemüllte Wohnung zurückbleibt. Dann geht es nicht bloß um alte Möbel wegbringen. Hausrat, kaputte Elektrogeräte, verdorbene Lebensmittel, Teppiche und lose Abfälle müssen getrennt, rausgetragen und richtig entsorgt werden.
Bei einer Messie Entrümpelung wird oft vorsichtig gearbeitet, weil zwischen Gerümpel wichtige Sachen stecken können. Es kommt regelmäßig vor, dass in alten Ordnern Mietunterlagen liegen oder in einer Kommode noch Bargeld und Fotos auftauchen. Solche Fundstücke werden nicht einfach mit dem Sperrmüll weggekippt, sondern beiseitegelegt und abgesprochen. Erst wenn klar ist, was bleiben soll, kann die Wohnung wirklich leer gemacht werden.
Manchmal wurde eine Wohnung auch von Personen genutzt, die dort nicht regulär gewohnt haben. Dann sind Verschmutzung, Gerüche und beschädigte Einrichtung oft besonders stark. Bei einer Wohnungsauflösung nach Nutzung durch Obdachlose kommen neben dem Räumen häufig Desinfektion und eine gründliche Reinigung dazu. Die Reinigungskräfte kümmern sich dann um belastete Flächen, während die Helfer Möbel abbauen und Abfälle entsorgen. So greifen Entrümpelung und Reinigung sinnvoll ineinander, statt dass später alles noch einmal angefasst werden muss.
So läuft die Räumung Schritt für Schritt ab
Zuerst wird geschaut, wie die Wohnung erreichbar ist und wo sichere Laufwege angelegt werden können. Dabei fällt auch auf, ob es Gefahren wie Schimmel, Scherben, Ungeziefer oder lose Böden gibt.
Danach werden wichtige Unterlagen, Schlüssel und klar erkennbare persönliche Sachen getrennt abgelegt. Erst nach Rücksprache kommen diese Dinge weg oder werden übergeben.
Dann räumen die Helfer Zimmer für Zimmer aus und machen Wege frei. Möbel werden bei Bedarf zerlegt, damit auch schwere Stücke sicher aus dem Haus kommen.
Hausrat, Sperrmüll, Elektrogeräte und übrige Abfälle werden sortiert und zur passenden Entsorgung gebracht. So landet nicht alles unnötig in einem Container und die Wohnung wird schneller leer.
Zum Schluss folgen Grobreinigung, bei Bedarf Desinfektion und das Entfernen von starken Geruchsquellen. Danach sind die Räume wieder begehbar und bereit für Übergabe, Renovierung oder weitere Arbeiten.
Räumung bei stark vernachlässigten Mietwohnungen
Bei einer stark verwahrlosten Wohnung zählt Erfahrung mehr als große Sprüche. Kunden entscheiden sich für ein eingespieltes Team, weil die Kollegen wissen, dass kein Auftrag genau wie der andere aussieht. In einer Wohnung müssen vielleicht zehn Jahre alte Zeitungen weg, in der nächsten sind Keller und Dachboden ebenfalls voll. Manchmal ist der Aufzug kaputt, manchmal passt ein wuchtiger Schrank nicht durchs Treppenhaus. Dann braucht es Leute, die ruhig bleiben und praktisch denken.
Auch der Umgangston macht viel aus. Angehörige stehen nach einem Todesfall oft unter Druck und schämen sich vielleicht für den Zustand der Räume. Vermieter wollen den Termin für die Neuvermietung halten, ohne im Haus unnötig Unruhe zu erzeugen. Die Entrümpler arbeiten deshalb möglichst unauffällig, tragen Sachen zügig raus und halten die Wege im Haus sauber. Schwere Möbel tragen, Gerümpel entfernen und Abfall wegbringen passiert nicht mit viel Theater, sondern ordentlich und Schritt für Schritt.
Bei starken Verschmutzungen wird außerdem nicht so getan, als würde ein schneller Wischmopp alles lösen. Wenn Müllreste, Schimmel oder tierische Hinterlassenschaften vorhanden sind, braucht es passende Schutzmaßnahmen und manchmal eine Desinfektion. Eine Tatortreinigung ist zwar ein eigener Bereich, aber auch bei einer normalen Wohnungsauflösung können hygienisch belastete Stellen vorkommen. Dann ist es wichtig, diese Bereiche nicht zu unterschätzen und die Reinigung passend zu planen.
Am Ende wollen die meisten einfach wieder eine nutzbare Wohnung vor sich haben. Keine zugestellten Türen, keine Müllberge und keine alten Möbel, die den nächsten Handwerker blockieren. Genau darauf ist der Ablauf ausgerichtet: erst sicher leerräumen, dann alles fachgerecht entsorgen und danach die Räume sauber übergeben. Das nimmt Kunden eine Menge Arbeit ab, besonders dann, wenn die Situation ohnehin schon belastend genug ist.
Wie lange dauert eine Wohnungsauflösung bei starker Verwahrlosung?
Das hängt stark von der Wohnungsgröße, der Menge an Hausrat und dem Zustand der Räume ab. Eine kleine, stark zugestellte Einzimmerwohnung kann an einem Tag geschafft sein, bei einer großen Wohnung mit Keller und Dachboden dauert es oft länger. Verzögerungen gibt es auch, wenn persönliche Dokumente gesucht, Möbel zerlegt oder belastete Bereiche besonders vorsichtig behandelt werden müssen. Wichtig sind gute Zugänge zum Haus, freie Parkmöglichkeiten und eine klare Absprache, was aufgehoben werden soll. Nach einer ersten Einschätzung lässt sich der Ablauf meist deutlich besser planen als nur nach Fotos.
Was passiert mit gefundenen Dokumenten und Wertsachen?
Persönliche Unterlagen, Fotos, Schlüssel und auffällige Wertsachen werden bei der Räumung getrennt gesammelt. Das ist gerade in verwahrlosten Mietobjekten wichtig, weil solche Dinge oft zwischen Papierbergen, Kleidung oder alten Schubladen auftauchen. Niemand möchte später feststellen, dass ein Sparbuch, ein Ausweis oder wichtige Mietunterlagen im Abfall gelandet sind. Vor Beginn der Arbeit sollte deshalb festgelegt werden, welche Sachen besonders beachtet werden sollen. Fundstücke werden dann an die zuständige Person übergeben oder für eine vereinbarte Zeit gesichert, bevor die restliche Wohnung ausgeräumt wird.
Reicht nach dem Leerräumen eine normale Reinigung aus?
Bei leichter Verschmutzung kann eine gründliche Grundreinigung reichen. In stark verwahrlosten Wohnungen sieht es aber häufig anders aus: Verdorbene Lebensmittel, alte Feuchtigkeit, Schimmel, Urin oder Schädlingsspuren hinterlassen Gerüche und Keime. Dann ist eine intensivere Reinigung mit passender Desinfektion sinnvoll, damit die Räume wieder hygienisch nutzbar werden. Auch Böden, Schränke und Wände müssen einzeln geprüft werden, denn nicht alles lässt sich retten. Manchmal ist nach der Reinigung zusätzlich ein Maler oder Bodenleger nötig. Erst der Zustand vor Ort zeigt, welche Arbeiten wirklich gebraucht werden.
